Fakten
Jahr:
2000, Fertigstellung 2003

Auftraggeber:
Christine Wansleben

Lage:
Mülheimer Freiheit 54, Köln - Mülheim

Konzept:
Wohngebäude auf Basis einer Kriegs-Halbruine

Umfang:
8 Wohneinheiten, 2 Geschäftseinheiten

Bausumme:






Mülheimer Freiheit 54

Leben & Arbeiten

Der Wiederaufbau der Freiheit 54 folgt einem Entwurfsansatz, der es sich zur Aufgabe macht, die narrative Fähigkeit von städtebaulichen und architektonischen Projekten zu aktivieren.


Die Möglichkeit eines Gebäudes als materielles Zeugnis der wechselvollen Geschichte zu wirken, ist bei dem Vorhaben so eingesetzt worden, dass die Chronologie der wichtigsten Ereignisse abgebildet wird: Die historische Grundsubstanz eines herrschaftlichen Gebäudes, die sinnlose Zerstörung in den letzten Kriegstagen, die über ein halbes Jahrhundert währende Existenz als Halbruine ist im Wiederaufbau ablesbar verarbeitet.

Die Absicht die Freiheit 54 auf diese Weise zu gestalten ist darüber hinaus durch die Bedeutung des Grundstücks für die Siedlungsgeschichte motiviert. Sie hat ihren Ursprung an dem Wegekreuz der uferbegleitenden Straße „Mülheimer Freiheit“ mit dem ins Bergische führenden Handelsweg „Buchheimer Straße“. Bis 1838 stand auf dem Grundstück das Mülheimer Rathaus.

Die dezidierte Anknüpfung an die Geschichte ist ein Grundpfeiler der Identität des Projektes, auf dem sich ein Selbstbewußtsein gründet, das positiv auf die weitere Entwicklung von Alt Mülheim Nord wirken soll.

Der neu errichtete Dachaufbau besteht in den zu den Straßen orientierten Flächen aus einer Aluminium/ Glaskonstruktion, die im oberen Bereich durch eine bewegliche Lamellenkonstruktion vor Sonneneinstrahlung und Einblicken geschützt werden kann. Hierdurch erschließt sich nicht nur ein spektakulärer Ausblick sondern entsteht eine Wohnform, die eine große Anteilnahme am Wettergeschehen erlaubt. Der positive energetische Effekt durch die regulierbare, passive Sonnenenergienutzung ist spürbar.


Dateien:
WAA_F54.pdf1.3 M